Jacob Grimm and Wilhelm GrimmDie drei Feldscherer

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Die drei Feldscherer

The Three Army-Surgeons

Jacob Grimm and Wilhelm Grimm

Fairy tale · 10 पृष्ठ
Lauf: 2026-08-01 07:59BokRobot · Page 1 / 9
Illustration for Seite 1

Drei Feldscherer, die ihre Kunst vollkommen verstanden zu haben glaubten, zogen durch die Welt. Sie kamen in ein Wirtshaus, wo sie übernachten wollten. Der Wirt fragte, woher sie kämen und wohin sie wollten. „Wir ziehen durch die Welt und üben unsere Kunst aus“, sagten sie.

„Zeigt mir einmal, was ihr könnt“, sagte der Wirt. Da sagte der erste, er wolle seine Hand abhauen und sie am nächsten Morgen wieder ansetzen. Der zweite sagte, er wolle sein Herz herausreißen und es am nächsten Morgen wieder hineinsetzen.

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Der dritte sagte, er wolle seine Augen ausschneiden und sie am nächsten Morgen wieder heilen. „Wenn ihr das könnt“, sagte der Wirt, „dann habt ihr alles gelernt.“ Sie hatten eine Salbe, mit der sie sich einrieben, wodurch die Teile zusammenwuchsen, und sie trugen das Fläschchen mit der Salbe immer bei sich.

Dann schnitten sie sich Hand, Herz und Augen ab, wie sie gesagt hatten, legten sie auf einen Teller und gaben den Teller dem Wirt. Der Wirt gab ihn einem Dienstmädchen, das ihn in den Schrank stellen und aufbewahren sollte.

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Das Mädchen aber hatte einen heimlichen Liebhaber, einen Soldaten. Als der Wirt, die drei Feldscherer und alle anderen im Haus schliefen, kam der Soldat und wollte etwas zu essen. Das Mädchen öffnete den Schrank und holte ihm etwas zu essen. In ihrer Verliebtheit vergaß sie, die Schranktür wieder zu schließen.

Sie setzte sich mit ihrem Liebhaber an den Tisch, und sie plauderten miteinander. Während sie dort vergnügt saß und an kein Unglück dachte, kam eine Katze hereingeschlichen, fand den Schrank offen, nahm die Hand, das Herz und die Augen und lief damit davon.

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Als der Soldat aufgegessen hatte, räumte das Mädchen das Geschirr weg und wollte den Schrank schließen. Da sah sie, dass der Teller leer war. Erschrocken sagte sie zu ihrem Liebhaber: „Oh, ich Arme, was soll ich tun? Die Hand ist weg, das Herz und die Augen sind auch weg.

Was wird morgen aus mir werden?“ „Sorge dich nicht“, sagte der Soldat, „ich will dir helfen. Da draußen hängt ein Dieb am Galgen. Dem will ich die Hand abschneiden. Welche Hand war es?“ „Die rechte.“ Das Mädchen gab ihm ein scharfes Messer, und er ging hin und schnitt dem armen Sünder die rechte Hand ab und brachte sie ihr.

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Dann fing er die Katze und schnitt ihr die Augen aus. Nun fehlte nur noch das Herz. „Hast du nicht im Keller Schweine geschlachtet?“ fragte er. „Ja“, sagte das Mädchen. „Gut“, sagte der Soldat. Er ging hinunter und holte ein Schweineherz.

Das Mädchen legte alles auf den Teller und stellte ihn wieder in den Schrank. Dann ging ihr Liebhaber fort, und sie legte sich ruhig schlafen.

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Am Morgen, als die drei Feldscherer aufstanden, sagten sie dem Mädchen, es solle ihnen den Teller mit der Hand, dem Herzen und den Augen bringen. Sie holte ihn aus dem Schrank. Der erste setzte die Hand des Diebes an seinen Arm und schmierte Salbe darauf, und sie wuchs sogleich an.

Der zweite setzte die Katzenaugen in seinen eigenen Kopf. Der dritte setzte das Schweineherz in seine Brust. Der Wirt stand dabei, bewunderte ihre Kunst und sagte, er hätte so etwas noch nie gesehen. Er wolle sie loben und allen empfehlen. Dann bezahlten sie ihre Zeche und zogen weiter.

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Als sie so dahingingen, blieb der mit dem Schweineherz nicht bei den anderen. Wo er eine Ecke sah, lief er hin und wühlte mit der Nase darin wie ein Schwein. Die anderen versuchten, ihn am Rock festzuhalten, aber er riss sich los und lief in die schmutzigsten Ecken.

Der zweite benahm sich auch seltsam. Er rieb sich die Augen und sagte: „Kameraden, was ist los? Ich sehe ja gar nichts. Führt mich, damit ich nicht falle.“ Sie zogen mit Mühe weiter, bis sie am Abend in ein anderes Wirtshaus kamen. Sie gingen zusammen in die Gaststube.

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An einem Tisch in der Ecke saß ein reicher Mann und zählte Geld. Der mit der Diebeshand ging um ihn herum, machte zweimal eine plötzliche Bewegung mit seinem Arm, und als der Mann sich abwandte, griff er eine Handvoll Geld aus dem Haufen.

Einer seiner Gefährten sah das und sagte: „Kamerad, was tust du da? Du darfst nicht stehlen, das ist schändlich!“ „Ach“, sagte er, „wie kann ich das verhindern? Meine Hand zuckt, und ich muss zugreifen, ob ich will oder nicht.“

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Danach legten sie sich schlafen. Es war so dunkel, dass niemand seine eigene Hand sehen konnte. Plötzlich erwachte der mit den Katzenaugen und weckte die anderen. „Brüder“, sagte er, „schaut hinauf.

Seht ihr die weißen Mäuse dort herumlaufen?“ Die beiden setzten sich auf, konnten aber nichts sehen. Da sagte er: „Hier stimmt etwas nicht. Wir haben nicht das Unsrige zurückbekommen. Wir müssen zum Wirt zurück.

Er hat uns betrogen.“ So kehrten sie am nächsten Morgen zurück und sagten dem Wirt, sie hätten ihre eigenen Körperteile nicht zurückbekommen. Der erste habe eine Diebeshand, der zweite Katzenaugen und der dritte ein Schweineherz.

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Der Wirt sagte, das Mädchen müsse schuld sein, und wollte es rufen, aber als sie sie kommen sah, lief sie zur Hintertür hinaus und kam nicht wieder.

Da sagten die drei, der Wirt müsse ihnen viel Geld geben, sonst würden sie sein Haus anzünden.

Er gab ihnen, was er hatte und was er zusammenbringen konnte. Die drei zogen damit fort. Es reichte für den Rest ihres Lebens, aber sie hätten lieber ihre eigenen rechten Organe gehabt.

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