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Alice's Abenteuer im Wunderland

Alice's Adventures in Wonderland

Lewis Carroll

Geschätztes Niveau: 9 Jahre · 10 Seiten · 1 137 Wörter
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Illustration zu Seite 1

Alice saß am Ufer eines kleinen Flusses, direkt neben ihrer Schwester, und langweilte sich fürchterlich. Ihre Schwester las ein dickes Buch, in dem es weder Bilder noch Gespräche gab. „Was nützt ein Buch ohne Bilder?“, dachte Alice. Plötzlich huschte ein weißes Kaninchen mit rosa Augen vorbei. Es murmelte: „Oh je, oh je, ich komme zu spät!“ Das war nicht alltäglich, aber Alice wunderte sich noch mehr, als das Kaninchen eine Uhr aus seiner Westentasche zog. Es rannte weiter, und Alice, ohne lange zu überlegen, sprang auf und folgte ihm. Das Kaninchen verschwand in einem großen Loch unter der Hecke, und Alice, ohne zu zögern, warf sich hinterher.

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Der Fall hinunter war lang, aber nicht beängstigend. An den Wänden vorbei glitten Regale, Schränke und sogar Bilderrahmen. Alice nahm ein Glas mit der Aufschrift „Orangenmarmelade“ von einem Bord, aber es war leer. Sie ließ es fallen, um niemanden zu verletzen. Schließlich landete sie sanft auf einem Haufen trockener Blätter. Vor ihr erstreckte sich ein langer, dunkler Gang. Sie rannte dem Kaninchen nach, verlor es aber bald und stand in einem riesigen Saal mit vielen verschlossenen Türen. Auf einem kleinen Glastisch fand sie einen goldenen Schlüssel. Er passte zu keiner der großen Türen, aber hinter einem Vorhang entdeckte sie eine winzige Tür, kaum höher als ihre Hand. Durch das Schlüsselloch sah sie einen wunderschönen Garten mit leuchtenden Blumen und hellen Wegen. Sie sehnte sich danach, hineinzugehen, aber sie war viel zu groß.

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Auf dem Tisch stand eine Flasche mit einem Etikett, auf dem „TRINK MICH“ stand. Alice trank vorsichtig und schrumpfte sofort auf Daumengröße. Nun war sie klein genug für die Tür, aber der Schlüssel lag noch auf dem Tisch, viel zu hoch für sie. Sie begann zu weinen, große, salzige Tränen. Dann entdeckte sie einen kleinen Kuchen mit den Worten „ISS MICH“. Sie aß ein Stück und wuchs so schnell, dass ihr Kopf gegen die Decke stieß. Ihre Arme und Beine wurden riesig und steckten im Raum fest. Sie weinte noch mehr, und ihre Tränen sammelten sich zu einem großen See. Bald schwamm sie in ihrem eigenen Tränensee, eingeklemmt zwischen den Wänden.

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Im See traf sie eine ängstliche Maus und mehrere Vögel, die ebenfalls hineingefallen waren. Alle waren nass und versuchten, trocken zu werden. Die Maus hielt eine so trockene Geschichtsstunde, dass es fast knisterte, und der Dodo schlug ein Kuchenrennen vor: Alle liefen im Kreis, und am Ende gewannen alle. Alice verteilte Bonbons und bekam einen Fingerhut als Preis. Als sie von ihrer Katze Dinah erzählte, die so gut Mäuse und kleine Vögel fangen konnte, wurden alle still und zogen sich langsam zurück. Alice stand allein da, umgeben von der Stille.

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Das weiße Kaninchen kam angelaufen und verwechselte Alice mit seinem Dienstmädchen Mary Ann. Es befahl ihr, in seinem Haus Handschuhe und einen Fächer zu holen. Drinnen fand sie eine Flasche ohne Etikett und nahm einen Schluck. Sofort wuchs sie wieder, so sehr, dass ein Arm aus dem Fenster ragte und ein Fuß im Kamin steckte. Draußen rief jemand, sie müssten die Eidechse Bill durch den Schornstein schicken, um sie zu vertreiben. Als Alices Fuß die Asche wegstieß, flog Bill wie eine Rakete in die Luft. Die Tiere drohten, das Haus anzuzünden, und warfen kleine Steine, die sich in Kuchen verwandelten. Alice probierte einen und schrumpfte sofort. Sie entkam durch die Tür und rannte in den Wald hinein.

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Im Wald traf sie einen riesigen Welpen, der süß und gefährlich zugleich war. Sie lockte ihn mit einem Stock und spielte mit ihm, aber ihr Herz klopfte vor Angst. Sobald sie entkommen war, ließ sie sich neben einem Pilz nieder, der so groß wie ein Sonnenschirm war. Darauf saß eine blaue Raupe und rauchte eine Wasserpfeife. Mit ruhiger Stimme fragte sie: „Wer bist du?“ Alice wusste es nicht genau; sie hatte heute so oft die Größe gewechselt. Schließlich sagte die Raupe: „Eine Seite des Pilzes macht dich größer, die andere kleiner.“ Sie brach zwei Stücke ab und gab sie Alice.

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Sie kam zu einem niedrigen Haus. Draußen stand ein Fisch als Lakai und überreichte eine Einladung. Drinnen war die Küche voller Pfeffer, und die Köchin warf Teller umher. Die Herzogin wiegte ein Baby, das ununterbrochen hustete und nieste. Über dem Kamin saß eine große Katze mit einem breiten, grinsenden Mund. Plötzlich warf die Herzogin das Baby Alice in die Arme und eilte davon. Draußen verwandelte sich das Baby in ein kleines Schweinchen. Alice setzte es sanft ab, und es verschwand fröhlich im Gebüsch.

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Die Grinsekatze erschien auf einem Ast und lächelte geheimnisvoll. Sie erzählte, dass der Hutmacher und der Märzhase in der Nähe wohnten und dass beide verrückt seien. „Wir sind alle verrückt hier“, sagte die Katze. Alice beschloss, den Märzhasen zu besuchen. An einem langen Tisch unter den Bäumen saßen der Märzhase, der Hutmacher und der Siebenschläfer. Sie boten ihr Wein an, aber es gab keinen. Sie erklärten, der Hutmacher habe die Zeit beleidigt, sodass die Uhr immer auf sechs stand – ewige Teezeit. Alice hörte eine Weile zu, aber die verrückten Geschichten wurden ihr zu viel. Sie stand auf und ging.