Jacob Grimm and Wilhelm GrimmDie Bienenkönigin

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Die Bienenkönigin

The Queen Bee

Jacob Grimm and Wilhelm Grimm

Fairy tale · 10 pages
Lauf: 2026-09-14 21:10BokRobot · Page 1 / 7
Illustration for Side 1

Zwei Königssohne machten sich einst auf die Suche nach Abenteuern, verfielen jedoch bald in wildes und ungebändetes Treiben, sodass sie nie wieder nach Hause zurückkehrten. Der jüngste Sohn, der Einfältige genannt wurde, machte sich auf den Weg, um seine Brüder zu finden. Als er sie schließlich gefunden hatte, lachten sie über ihn.

„Du glaubst, du kannst mit deiner Einfalt durch die Welt kommen“, sagten sie, „während wir beiden, die viel klüger sind, es nicht geschafft haben?“ Doch alle drei reisten zusammen weiter und kamen zu einem Ameisenhügel.

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Die beiden älteren Brüder wollten ihn zerstören, um die kleinen Ameisen in Panik umherlaufen und ihre Eier wegtragen zu sehen. Doch Einfältiger sagte: „Lasst die Geschöpfe in Ruhe. Ich werde nicht zulassen, dass ihr sie stört.“ Dann gingen sie weiter und kamen zu einem See, in dem viele Enten schwammen.

Die beiden Brüder wollten ein paar von ihnen fangen und braten, doch Einfältiger erlaubte es nicht. Er sagte: „Lasst die Geschöpfe in Ruhe. Ich werde nicht zulassen, dass ihr sie tötet.“ Schließlich kamen sie zu einem Bienenstock. Dort war so viel Honig, dass er den Baumstamm hinunterlief.

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Die beiden wollten unter dem Baum ein Feuer entzünden, um die Bienen zu ersticken und den Honig zu stehlen. Doch Einfältiger hielt sie wieder auf. „Lasst die Geschöpfe in Ruhe“, sagte er. „Ich werde nicht zulassen, dass ihr sie verbrennt.“ Schließlich erreichten die drei Brüder ein Schloss, in dessen Stallungen Steinpferde standen und kein Mensch zu sehen war.

Sie durchstreiften alle Säle, bis sie zu einer Tür mit drei Schlössern kamen. In der Mitte der Tür befand sich ein kleines Fenster, durch das sie in einen Raum sehen konnten. Dort saß ein kleiner, grauer Mann an einem Tisch. Sie riefen ihn einmal, zweimal, doch er hörte sie nicht.

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Schließlich riefen sie ihn ein drittes Mal, und er stand auf, öffnete die Tür und kam heraus. Er sagte nichts, sondern führte sie zu einem wunderschön gedeckten Tisch. Nachdem sie gegessen und getrunken hatten, brachte er jeden von ihnen in ein Schlafzimmer.

Am nächsten Morgen kam der kleine, graue Mann zum ältesten Bruder, winkte ihm zu und führte ihn zu einem Steintisch. Darauf waren drei Aufgaben geschrieben. Wenn man diese erfüllte, würde das Schloss befreit.

Die erste Aufgabe war folgende: Im Wald, unter dem Moos, lagen die Perlen der Prinzessin, tausend an der Zahl. Sie mussten eingesammelt werden. Wenn bis Sonnenuntergang auch nur eine einzige Perle fehlte, würde derjenige, der gesucht hatte, zu Stein werden.

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Der älteste Bruder ging hin und suchte den ganzen Tag, doch am Abend hatte er nur hundert Perlen gefunden. Was auf der Tafel geschrieben stand, wurde wahr: Er wurde zu Stein. Am nächsten Tag versuchte der zweite Bruder die Aufgabe. Doch es erging es ihm nicht viel besser als dem Ältesten.

Er fand nicht mehr als zweihundert Perlen, und auch er wurde zu Stein. Schließlich war es Simpletons Zug. Er suchte im Moos, doch es war so schwer, die Perlen zu finden, und er machte so langsame Fortschritte, dass er sich auf einen Stein setzte und weinte.

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Während er dort saß, kam der König der Ameisen, dessen Leben er einst gerettet hatte, mit fünftausend Ameisen. Bald hatten die kleinen Wesen alle Perlen zusammengetragen und zu einem Haufen gehäuft.

Die zweite Aufgabe bestand darin, den Schlüssel zur Kammer der Königstochter aus dem See zu holen. Als Simpleton an den See kam, schwammen ihm die Enten, die er gerettet hatte, entgegen, tauchten hinunter und brachten den Schlüssel aus dem Wasser.

Doch die dritte Aufgabe war die schwierigste: Aus den drei schlafenden Töchtern des Königs musste die Jüngste und Liebste gefunden werden. Sie sahen alle völlig gleich aus. Der einzige Weg, sie voneinander zu unterscheiden, war, dass sie vor dem Einschlafen verschiedene Süßigkeiten gegessen hatten: Die Älteste einen Stückchen Zucker, die Zweite etwas Sirup und die Jüngste einen Löffel Honig.

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Da kam die Bienenkönigin, die Simpleton einst vor dem Feuer gerettet hatte, und kostete die Lippen aller dreier an. Schließlich blieb sie an dem Mund stehen, der Honig gegessen hatte. So erkannte der Königssohn die richtige Prinzessin. Dann endete der Zauber.

Alles erwachte aus dem Schlaf, und die zu Stein gewordenen Wesen erhielten wieder ihre natürliche Gestalt. Simpleton heiratete die jüngste und süßeste Prinzessin, und nach dem Tod ihres Vaters wurde er König. Seine beiden Brüder heirateten die anderen beiden Schwestern.

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