Peter Christen AsbjørnsenDer ehrliche Pfennig

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Der ehrliche Pfennig

Peter Christen Asbjørnsen

1,770 words
Der ehrliche PfennigLauf: 2026-08-10 13:35쪽 1 / 6

Der ehrliche Pfennig

Es war einmal eine arme Frau, die in einer baufälligen Hütte tief im Wald lebte. Wenig hatte sie zu essen und gar nichts zu verbrennen, und so schickte sie einen kleinen Jungen, den sie hatte, in den Wald hinaus, um Brennholz zu sammeln. Er rannte und sprang, sprang und rannte, um sich warm zu halten, denn es war ein kalter grauer Herbsttag, und jedes Mal, wenn er einen Ast oder eine Wurzel für sein Bündel fand, musste er die Arme über der Brust schlagen, denn seine Fäuste waren so rot wie die Preiselbeeren, über die er ging, vor Kälte. Als er nun sein Holz bündel und auf dem Heimweg war, kam er an eine Lichtung mit Baumstümpfen am Hang, und dort sah er einen weißen krummen Stein.

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»Ach!

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du armer alter Stein«, sagte der Junge, »wie weiß und bleich du bist! Ich wette, du bist erfroren«, und damit zog er seine Jacke aus und legte sie auf den Stein. Als er nun mit seinem Holzbündel nach Hause kam, fragte seine Mutter, was das zu bedeuten habe, dass er im Winterwetter im Hemdsärmel herumlief. Da erzählte er ihr, wie er einen alten krummen Stein gesehen habe, der ganz weiß und bleich vor Frost war, und wie er ihm seine Jacke gegeben habe.

»Was bist du für ein Narr!«, sagte seine Mutter; »glaubst du, ein Stein kann frieren? Aber selbst wenn er fror, dass er zitterte, wisse das: Jeder ist sich selbst der Nächste. Es kostet genug, Kleider auf den Leib zu bekommen, ohne dass du sie an Steine auf Lichtungen hängst«, und während sie das sagte, jagte sie den Jungen aus dem Haus, um seine Jacke zu holen.

Als er nun zu der Stelle kam, wo der Stein stand, siehe! da hatte er sich gedreht und sich auf einer Seite vom Boden erhoben. »Ja! Ja! Das ist, seit du die Jacke bekommen hast, armes altes Ding«, sagte der Junge.

Aber als er den Stein ein wenig genauer betrachtete, sah er unter ihm eine Geldkiste voller blanker Silbermünzen.

»Das ist gestohlenes Geld, zweifellos«, dachte der Junge; »niemand legt ehrlich erworbenes Geld unter einen Stein im Wald.«

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So nahm er die Geldkiste und trug sie hinunter zu einem Teich in der Nähe und warf den ganzen Schatz in den Teich; aber ein silberner Pfennig schwamm auf der Oberfläche des Wassers. »Ah! Ah! das ist ehrlich«, sagte der Bursche, »denn was ehrlich ist, sinkt nie.«

So nahm er den Silberpfennig und ging damit und seiner Jacke nach Hause. Da erzählte er seiner Mutter, wie alles geschehen war, wie der Stein sich gedreht hatte, und wie er eine Geldkiste voller Silbergeld gefunden hatte, die er in den Teich geworfen hatte, weil es gestohlenes Geld war, und wie ein Silberpfennig oben schwamm.

»Den habe ich genommen«, sagte der Junge, »weil er ehrlich war.«

»Du bist ein geborener Narr«, sagte seine Mutter, denn sie war sehr zornig; »wäre nichts anderes ehrlich als das, was auf dem Wasser schwimmt, gäbe es nicht viel Ehrlichkeit auf der Welt. Und selbst wenn das Geld zehnmal gestohlen wäre, hättest du es doch gefunden; und ich sage dir wieder, was ich dir vorher gesagt habe, jeder ist sich selbst der Nächste. Hättest du nur das Geld genommen, hätten wir all unsere Tage gut und glücklich leben können. Aber ein Taugenichts bist du, und ein Taugenichts wirst du bleiben, und nun will ich nicht länger für dich schuften und mich abmühen.

Mach dich fort in die Welt und verdiene dir dein eigenes Brot.«

So musste der Bursche hinaus in die weite Welt gehen, und er ging sowohl weit als auch lange auf der Suche nach einer Stelle. Aber wohin er auch kam, die Leute hielten ihn für zu klein und schwach und sagten, sie könnten ihn nicht gebrauchen. Endlich kam er zu einem Kaufmann, und dort durfte er in der Küche bleiben und Holz und Wasser für den Koch herbeitragen. Nun, nachdem er lange dort gewesen war, musste der Kaufmann eine Reise in fremde Länder machen, und so fragte er alle seine Diener, was er für jeden von ihnen kaufen und mitbringen solle. Als nun alle gesagt hatten, was sie haben wollten, kam die Reihe auch an den Küchenjungen, der Holz und Wasser für den Koch brachte. Da hielt er seinen Pfennig hin.

»Nun, was soll ich damit kaufen?«, fragte der Kaufmann; »da wird nicht viel Zeit bei diesem Handel verloren gehen.«

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»Kauf, was ich dafür bekommen kann. Er ist ehrlich, das weiß ich«, sagte der Bursche.

Das versprach ihm sein Herr, und so segelte er davon.

Als der Kaufmann nun sein Schiff in fremden Ländern entladen und wieder beladen hatte und gekauft hatte, was er seinen Dienern versprochen hatte, kam er zu seinem Schiff hinunter und wollte gerade vom Kai abstoßen. Da fiel ihm plötzlich ein, dass der Küchenjunge einen Silberpfennig mitgeschickt hatte, damit er etwas für ihn kaufe.

»Muss ich um eines Silberpfennigs willen den ganzen Weg zurück in die Stadt gehen? Da hätte man wohl wenig Gewinn davon, einen solchen Bettler in sein Haus zu nehmen«, dachte der Kaufmann.

Gerade da kam eine alte Frau des Weges mit einem Sack auf dem Rücken.

»Was hast du in deinem Sack, Mutter?«, fragte der Kaufmann.

»Oh! nichts anderes als eine Katze. Ich kann es mir nicht leisten, sie länger zu füttern, also dachte ich, ich würde sie ins Meer werfen und sie loswerden«, antwortete die Frau.

Da sagte der Kaufmann zu sich selbst: »Hat der Bursche nicht gesagt, ich solle kaufen, was ich für seinen Pfennig bekommen kann?« So fragte er die alte Frau, ob sie für vier Pfennige ihre Katze geben wolle. Ja! Die Frau zögerte nicht, »gemacht« zu sagen, und so war der Handel schnell abgeschlossen.

Als der Kaufmann nun ein Stück gesegelt war, überkam ihn fürchterliches Wetter und ein solcher Sturm, dass es nichts anderes gab, als zu treiben und zu treiben, bis er nicht wusste, wohin er fuhr. Endlich kam er an ein Land, in dem er noch nie zuvor einen Fuß gesetzt hatte, und so ging er hinauf in die Stadt.

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Im Gasthaus, wo er einkehrte, war der Tisch mit einer Rute für jeden Mann gedeckt, der daran saß. Der Kaufmann fand das sehr seltsam, denn er konnte gar nicht ausmachen, was sie mit all diesen Ruten tun sollten; aber er setzte sich hin und dachte, er würde gut aufpassen, was die anderen taten, und es ihnen gleichtun. Nun! Sobald das Fleisch auf den Tisch gesetzt wurde, sah er deutlich genug, was die Ruten bedeuteten; denn da schwärmten Mäuse zu Tausenden hervor, und jeder, der am Tisch saß, musste zu seiner Rute greifen und um sich schlagen und peitschen, und nichts anderes war zu hören als ein Rutenschlag, härter als der, der ihm vorausging. Manchmal peitschten sie einander ins Gesicht und gaben sich gerade Zeit zu sagen: »Verzeihung«, und dann wieder von vorn.

»Harte Arbeit, in diesem Land zu speisen!«, sagte der Kaufmann. »Halten die Leute denn hier keine Katzen?«

»Katzen?«, fragten sie alle, denn sie wussten nicht, was Katzen waren.

So schickte der Kaufmann hin und ließ die Katze holen, die er für den Küchenjungen gekauft hatte, und sobald die Katze auf den Tisch kam, liefen die Mäuse in ihre Löcher, und die Leute hatten seit Menschengedenken keine solche Ruhe bei ihrem Essen gehabt.

Da baten und flehten sie den Kaufmann an, ihnen die Katze zu verkaufen, und endlich, nach langer, langer Zeit, versprach er, sie ihnen zu überlassen; aber er wollte hundert Taler dafür haben; und diese Summe zahlten sie und dankten obendrein.

So segelte der Kaufmann wieder davon; aber er hatte kaum gute Seefahrt bekommen, da sah er die Katze oben am Großmast sitzen, und plötzlich kam wieder schlechtes Wetter und ein Sturm, schlimmer als der erste, und er trieb und trieb, bis er in ein Land kam, wo er nie zuvor gewesen war. Der Kaufmann ging hinauf zu einem Gasthaus, und auch hier war der Tisch mit Ruten gedeckt; aber sie waren viel größer und länger als die ersten. Und, um die Wahrheit zu sagen, das war auch nötig; denn hier waren die Mäuse viel zahlreicher, und jede Maus war doppelt so groß wie die, die er zuvor gesehen hatte.

So verkaufte er die Katze wieder, und diesmal bekam er zweihundert Taler dafür, und das ohne jedes Feilschen.

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Als er nun von diesem Land abgesegelt war und ein Stück auf See war, saß da wieder der Kater am Mastkorb; und das schlechte Wetter begann sofort wieder, und das Ende war, dass er wieder an ein Land getrieben wurde, wo er nie zuvor gewesen war.

Er ging an Land, hinauf in die Stadt und kehrte in einem Gasthaus ein. Auch dort war der Tisch mit Ruten gedeckt, aber jede Rute war eineinhalb Ellen lang und so dick wie ein kleiner Besen; und die Leute sagten, dass das Sitzen beim Essen die schwerste Prüfung sei, die sie hätten, denn es gab Tausende von großen hässlichen Ratten, so dass man nur mit schwerer Mühe und Plage einen Bissen in den Mund bekam, es war solche harte Arbeit, die Ratten fernzuhalten. So musste die Katze noch einmal vom Schiff geholt werden, und dann bekamen die Leute ihr Essen in Frieden. Da baten und flehten sie alle den Kaufmann an, um Himmels willen, ihnen seine Katze zu verkaufen. Lange sagte er »Nein«; aber endlich gab er sein Wort, dreihundert Taler dafür zu nehmen. Diese Summe zahlten sie sofort, und dankten ihm und segneten ihn obendrein dafür.

Als der Kaufmann nun aufs Meer hinauskam, fing er an zu überlegen, wie viel der Bursche aus dem Pfennig gemacht hatte, den er mit ihm geschickt hatte.

»Ja, ja, etwas von dem Geld soll er haben«, sagte der Kaufmann zu sich selbst; »aber nicht alles. Mir hat er es zu verdanken, dass ich die Katze gekauft habe; und außerdem ist jeder sich selbst der Nächste.«

Aber sobald der Kaufmann dies dachte, erhob sich ein solcher Sturm und Orkan, dass jeder glaubte, das Schiff müsse sinken. Da sah der Kaufmann, dass es keine Hilfe gab, und er musste geloben, dass der Bursche jeden Pfennig haben sollte; und kaum hatte er dieses Gelübde abgelegt, da wurde das Wetter gut, und er bekam einen schnurrenden Wind günstig nach Hause.

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Als er nun an Land kam, gab er dem Burschen die sechshundert Taler, und obendrein seine Tochter; denn nun war der kleine Küchenjunge genauso reich wie sein Herr, der Kaufmann, und sogar reicher; und danach lebte der Bursche all seine Tage in Freude und Fröhlichkeit; und er ließ seine Mutter holen und behandelte sie so gut wie oder besser als sich selbst; denn, sagte der Bursche: »Ich glaube nicht, dass jeder sich selbst der Nächste ist.«

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